Sony RX10 V 2026: Jetzt kaufen, zur IV greifen oder auf den Preis warten?
Die Warteschleife ist vorbei: Sony hat die RX10 V am 9. Juli 2026 offiziell vorgestellt, sie steht mit vollständigem Datenblatt auf den deutschen Sony-Seiten, ist seit Mitte Juli im Handel und inzwischen ausführlich getestet. Die Frage „gibt es sie schon“ ist damit beantwortet.
Die eigentliche Frage ist eine andere, und sie ist unbequemer: Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 2.500 Euro – 500 Euro über der RX10 IV zum Start –, während der Sensor aus der Vorgängergeneration stammt. Wofür du diese 500 Euro bekommst und wofür nicht, entscheidet, ob ein Angebot für dich ein Deal ist.
Was Sony liefert
Die offiziellen Daten: ZEISS Vario-Sonnar T* mit 24–600 mm und F2.4–4.0, also 25-facher optischer Zoom, dazu ein 1-Zoll-Stacked-Sensor (Exmor RS) mit 20,1 Megapixeln. Serienaufnahmen bis 30 Bilder pro Sekunde mit AF- und AE-Tracking, 575 Phasen-AF-Punkte gegenüber 315 beim Vorgänger, und eine eigene KI-Recheneinheit, die Menschen, Tiere, Vögel, Insekten, Autos beziehungsweise Züge und Flugzeuge erkennt.
Beim Video: 4K mit 60p ohne Bildbeschnitt, 4K mit 120p mit Crop, 10 Bit 4:2:2, dazu S-Log3, S-Cinetone und LUT-Unterstützung. Der Akku ist der NP-FZ100 mit über 50 Prozent mehr Kapazität als beim Vorgänger. Sucher: 0,5-Zoll-OLED mit 3,68 Millionen Bildpunkten, Monitor 3 Zoll mit 1,62 Millionen. Gewicht rund 1.111 Gramm, Filtergewinde 72 mm.
Wo der Sprung echt ist – und wo nicht
Echt ist er beim Autofokus und beim Video. Der ausführliche Test von DPReview – Gesamtergebnis 85 Prozent und Gold-Auszeichnung – beschreibt das Tracking als deutlich schneller und zuverlässiger als beim Vorgänger und die Motiverkennung als das, was diese Kameraklasse erstmals für verlässliche Wildlife- und Action-Aufnahmen brauchbar macht. Beim Video stehen 4K/120p mit 10 Bit gegen 4K/30 beim Vorgänger. Dazu kommen Alpha-ähnliche Menüs und ein Joystick, der die Bedienung erheblich verbessert.
Nicht echt ist er bei der Bildqualität. Im Raw bleibt sie laut Test praktisch auf dem Niveau der RX10 IV; nur bei JPEGs zeigt die neuere Farbwissenschaft einen merklichen Unterschied. Genau hier sitzt die Preiskritik, die in der deutschen Fachpresse und in den Kommentaren dazu geäußert wurde: Ein Aufschlag von 500 Euro bei einem Sensor aus der Vorgängergeneration ist ein Angebot, das man annehmen oder ablehnen kann – aber nicht eines, bei dem mehr Bildqualität dabei wäre.
Die Konsequenz für deine Entscheidung ist deshalb ziemlich scharf: Du kaufst die V für Autofokus und Video. Kaufst du sie für Bildqualität, zahlst du für etwas, das du nicht bekommst.
Die Schwächen, die in keinem Deal-Alert stehen
Der Test nennt mehrere Einschränkungen, die gerade bei den typischen Einsatzzwecken einer Superzoom-Bridge relevant werden:
- Der mechanische Verschluss endet bei 1/1000 Sekunde. Bei F2.4 im Sonnenlicht ist das schnell erreicht – dann brauchst du einen Graufilter (72 mm) oder den elektronischen Verschluss.
- Der elektronische Verschluss liefert nur verlustbehaftetes Raw. Wer konsequent in Raw arbeitet, verliert damit den bequemen Ausweg aus dem Punkt davor.
- Der Zoom ist langsam, und während des Zoomens wird nicht fokussiert. Beim Nachführen eines anfliegenden Vogels ist das die spürbarste Einschränkung der Kamera.
- Keine Pre-Capture-Funktion. Das Puffern von Bildern vor dem Auslösen, das bei Actionmotiven inzwischen verbreitet ist, fehlt.
- Wenig Licht bleibt die Grenze des 1-Zoll-Sensors. Daran ändert auch der beste Autofokus nichts.
- Rund 1.111 Gramm, und alle Einstellräder werden mit dem Daumen bedient. Für eine Kamera, die als Reisebegleiter gedacht ist, sind beides Punkte, die du vor dem Kauf in der Hand haben solltest.
Preis: UVP, Straßenpreis und was ein echter Deal wäre
Die UVP liegt bei 2.500 Euro. Preisvergleiche wiesen im September 2026 Angebote unterhalb davon aus, im Bereich um 2.400 Euro – eine Momentaufnahme, die du unmittelbar vor dem Kauf selbst prüfst. Zur Einordnung: Die RX10 IV startete 2017 bei etwa 2.000 Euro.
Woran du ein Angebot messen kannst, ohne dich von einem Prozentzeichen führen zu lassen:
- Der 30-Tage-Pflichthinweis. Wirbt ein Händler mit einer Ermäßigung, muss er nach § 11 PAngV den niedrigsten eigenen Gesamtpreis der vorangegangenen 30 Tage angeben. Diese Zahl ist aussagekräftiger als der durchgestrichene Preis – sie gilt aber nur für diesen Händler.
- „Bestellbar“ ist nicht „lieferbar“. Lass dir einen konkreten Liefertermin nennen und sieh nach, wer verkäuft und versendet – bei Marktplätzen ist das oft nicht der Plattformbetreiber.
- Neuware, Rückläufer oder Vorführgerät? Bei einem auffällig günstigen Angebot für ein Modell, das erst seit Juli im Handel ist, ist das die erste Frage.
- EU-Ware oder Import. Bei Importgeräten kann die Herstellergarantie eingeschränkt sein oder ein Servicefall über das Ausland laufen. Die gesetzliche Mängelhaftung schuldet dir immer der Verkäufer, bei dem du gekauft hast – ein Händler im EU-Ausland ist deshalb kein Problem, ein unklarer Anbieter ohne Anschrift schon.
Ein Angebot deutlich unter der UVP, mit Neuware, genanntem Liefertermin und einem Händler, den du im Servicefall erreichst, ist ein guter Kauf. Ein Angebot 80 Euro unter der UVP bei unklarem Verkäufer ist keiner.
Drei Entscheidungen, klar sortiert
Kauf die RX10 V, wenn du Tele-Action fotografierst. Vögel, Sport, Tiere, alles was sich bewegt und weit weg ist – hier liegt der Generationssprung, und hier rechtfertigt er den Preis. Dasselbe gilt, wenn du ernsthaft Video machst und 4K/120p in 10 Bit sowie S-Log3 tatsächlich nutzt.
Greif zur RX10 IV, wenn du wegen Reichweite und Bildqualität kaufst. Das Raw ist praktisch gleich, das Objektiv dasselbe, und gebraucht liegt sie deutlich unter der V. Prüfe dort Autofokus, Zoommechanik, Bedienelemente und Anschlüsse, lass dir Zustandsangaben und Fotos geben und kläre, ob Neuware, Rückläufer oder Gebrauchtgerät angeboten wird. Beim Händler gilt die gesetzliche Mängelhaftung, bei gebrauchten Sachen mit auf ein Jahr verkürzbarer Verjährung; von privat gibt es keine.
Besitzt du schon eine RX10 IV und fotografierst überwiegend statische Motive, ist das kein Kaufgrund. Der Modellwechsel bringt dir dann eine bessere Menüführung und einen Joystick – für 2.400 Euro.
Willst du ohnehin Wechselobjektive, rechne fair: Gehäuse plus Telezoom gegen die Bridge, mit Gewicht und Packmaß. Ein Gehäusepreis allein ist kein Vergleich. Der Vorteil der Bridge ist, dass 24 bis 600 Millimeter in einem Gerät stecken, das du nicht wechseln musst; der Vorteil des Systems ist, dass du bei wenig Licht und bei Porträts später aufrüsten kannst.
Und aufs nächste Modell zu warten, lohnt hier nicht: Zwischen RX10 IV und V lagen neun Jahre. Warten kannst du auf den Preis – nicht auf einen Nachfolger.
Häufige Fehler und was stattdessen gilt
| Fehler | Was stattdessen gilt |
|---|---|
| Auf die Ankündigung warten | Die RX10 V ist seit 9. Juli 2026 offiziell und seit Mitte Juli im Handel. Die offenen Fragen sind Preis und Eignung, nicht Verfügbarkeit |
| Wegen besserer Bildqualität aufrüsten | Im Raw liegt sie laut Test praktisch auf dem Niveau der RX10 IV. Der Sprung liegt bei Autofokus, Video und Bedienung |
| Den Preisunterschied zur IV als Inflationsausgleich abtun | 2.500 statt 2.000 Euro bei gleichem Sensorstand ist eine Abwägung, die du bewusst treffen solltest – Kritik daran ist in der Fachpresse ausdrücklich formuliert worden |
| Bei F2.4 im Sonnenlicht ohne Filter planen | Der mechanische Verschluss endet bei 1/1000 s. Graufilter mit 72 mm oder elektronischer Verschluss – der liefert aber nur verlustbehaftetes Raw |
| Fliegende Motive im Zoomen nachführen wollen | Während des Zoomens wird nicht fokussiert, und der Zoom ist langsam. Motiv einrahmen, dann fokussieren |
| Pre-Capture erwarten | Die Funktion fehlt. Bei Actionmotiven bedeutet das: auslösen, bevor es passiert |
| „Bestellbar“ als „lieferbar“ lesen | Liefertermin, Verkäufer und Versender einzeln prüfen, besonders auf Marktplätzen |
| Ein Schnäppchen ohne Zustandsangabe nehmen | Bei einem Modell, das erst seit Juli im Handel ist, gehört die Frage nach Neuware, Rückläufer oder Vorführgerät an den Anfang |
| Systemkamera-Gehäuse gegen die Bridge rechnen | Gehäuse plus Telezoom, inklusive Gewicht und Packmaß. Sonst vergleichst du zwei verschiedene Anschaffungen |
| Auf den Nachfolger warten | Zwischen IV und V lagen neun Jahre. Wer wartet, wartet auf einen Preis, nicht auf ein Modell |
Praktische Handlungsempfehlungen September 2026
Kläre zuerst, was du fotografierst. Bewegte Tele-Motive oder Video heißt V. Reichweite und Bildqualität heißt IV, gebraucht. Das entscheidet über 500 bis 1.000 Euro.
Nimm die Kamera einmal in die Hand, bevor du 2.400 Euro ausgibst. 1.111 Gramm und daumenbediente Räder sind Dinge, die man fühlen muss, nicht lesen.
Beim Angebot vier Punkte prüfen: 30-Tage-Pflichthinweis, konkreter Liefertermin, Verkäufer und Versender, Zustand als Neuware.
Graufilter mit 72 mm gleich mit einplanen, wenn du bei offener Blende im Tageslicht arbeiten willst. Das ist kein Zubehörluxus, sondern die Folge der 1/1000 s.
Wenn du eine RX10 IV besitzt: Geh deine letzten hundert Bilder durch und zähle, wie viele am Autofokus gescheitert sind. Diese Zahl ist deine Kaufentscheidung.
Fazit
Die RX10 V ist da, sie ist gut – 85 Prozent und Gold im ausführlichen Test – und sie ist teuer. Was sie liefert, ist ein Autofokus und ein Videoteil, die fast ein Jahrzehnt Entwicklung nachholen, in einem Gehäuse mit 24 bis 600 Millimetern, das es so sonst nicht gibt. Was sie nicht liefert, ist bessere Bildqualität als der Vorgänger.
Deshalb ist die ehrliche Antwort auf „jetzt kaufen oder warten“ keine Terminfrage: Wer bewegte Motive im Tele fotografiert, kauft jetzt. Wer Reichweite will, kauft die IV gebraucht und spart vierstellig. Wer eine IV hat und damit zufrieden ist, kauft nichts.
Quellen und weiterführende Informationen
- Sony Deutschland: offizielle Produktseite zur DSC-RX10 V – Objektiv ZEISS Vario-Sonnar T* 24–600 mm F2.4–4.0, 1-Zoll-Exmor-RS-Sensor mit 20,1 Megapixeln, 30 BpS mit AF/AE-Tracking, 575 Phasen-AF-Punkte, KI-Motiverkennung, 4K 120p mit 10 Bit 4:2:2, Akku NP-FZ100, Sucher und Monitor
- photografix-magazin: Bericht zur offiziellen Ankündigung vom 9. Juli 2026 – UVP 2.500 Euro, Vorbestellungen ab Ankündigung, Auslieferung ab Mitte Juli, Einordnung des Preises gegenüber der RX10 IV
- DPReview: ausführlicher Test der Sony RX10 V – Gesamtergebnis 85 Prozent mit Gold-Auszeichnung, Bewertung von Autofokus, Video und Bildqualität im Vergleich zur RX10 IV, genannte Einschränkungen zu Verschluss, Zoom, Pre-Capture und Gewicht
- § 11 PAngV – Pflichtangabe des niedrigsten Gesamtpreises der letzten 30 Tage bei beworbenen Preisermäßigungen
- §§ 437, 438 BGB (Mängelrechte und Verjährung), § 477 BGB (Beweislastumkehr im ersten Jahr), § 476 Abs. 2 BGB (Verkürzung der Verjährung bei gebrauchten Sachen), § 312g BGB (Widerrufsrecht im Fernabsatz)
- Preisvergleichsportale für den aktuellen Straßenpreis – Momentaufnahmen, die unmittelbar vor dem Kauf zu prüfen sind
Transparenzhinweis: Grundlage dieses Artikels sind die offizielle Produktseite von Sony Deutschland, die Berichterstattung der deutschen Fotofachpresse zur Ankündigung und ein ausführlicher, veröffentlichter Test. Wir testen und messen nicht selbst und haben weder die RX10 V noch die RX10 IV für diesen Artikel in der Hand gehabt. Bewertungen zu Autofokus, Bildqualität und Handhabung stammen aus der genannten Testquelle, nicht aus eigenen Messungen.
Preise sind Momentaufnahmen: Die genannte UVP von 2.500 Euro ist die Herstellerangabe zum Zeitpunkt der Ankündigung. Der Straßenpreis lag im September 2026 nach Preisvergleichen darunter; solche Werte ändern sich täglich und unterscheiden sich zwischen Händlern, Zustandsangaben und Lieferumfängen. Prüfe Preis, Verfügbarkeit, Versandkosten und Zustand unmittelbar vor der Bestellung beim Anbieter. Technische Daten und Funktionsumfang können sich durch Firmware-Aktualisierungen ändern.
Keine Rechtsberatung: Die Hinweise zu Widerrufsrecht, Mängelhaftung, Verjährung und Preisangaben sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Prüfung deines Einzelfalls. Die gesetzliche Mängelhaftung schuldet dir der Verkäufer und ist nicht mit einer freiwilligen Herstellergarantie gleichzusetzen; bei Importware kann der Garantieumfang abweichen. Verbindliche Auskunft geben eine Rechtsberatung oder die Verbraucherzentrale.
Fotografieren und Veröffentlichen, dazu der Affiliate-Hinweis: Eine lange Brennweite erleichtert Aufnahmen aus der Entfernung – rechtlich ändert sie nichts. §§ 22 und 23 KUG regeln, wann du für die Veröffentlichung von Personenaufnahmen eine Einwilligung brauchst, und § 201a StGB stellt bestimmte Bildaufnahmen aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich unter Strafe. Beides gilt unabhängig davon, aus welcher Entfernung du fotografiert hast. Enthält dieser Artikel Links zu Produkten oder Händlern, kann es sich um Affiliate-Links handeln: Bei einem Kauf darüber erhält crosscam.de eine Provision, ohne dass sich dein Preis erhöht. Genannte Markennamen sind Warenzeichen der jeweiligen Inhaber und dienen der sachlichen Information; es handelt sich um keine bezahlte Empfehlung.
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